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In den Wirren nach den Jahren der Französischen Revolution (1789-1799) gibt es in der Mode keinen einheitlichen Stil; man ist mit andern Fragen beschäftigt. So wird Kleidung häufig als Ausdruck der politischen Gesinnung verwendet:

Die Revolutionäre tragen den Hafenarbeitern und Matrosen entnommene knapp knöchellange Röhrenhosen, die sogenannten Pantalons, was derartiges Aufsehen erregte, dass sie unter dem Namen Sansculotten (übersetzt: ohne Kniehosen) in die Geschichte eingingen.
Allgemein beliebt sind in der Herrenwelt Uniformen, kann man mit einer solchen doch modisch nichts falsch machen.
In der französischen Frauenmode verschwinden Samt und Seide zunächst gänzlich, man orientiert sich an der Männermode, d.h. die Kleider verschwinden und werden abgelöst von Jacken, den Caracos, zu denen allerdings nicht Hosen, sondern Röcke getragen werden
Die Künstler propagieren antike Demokratien, in der Folge auch antike Gewänder. So wird Jacques Louis David in dieser Zeit nicht nur einer der größten Maler, sondern auch einer der größten Modeschöpfer.Die à-la-greque-Mode geht auf ihn zurück. Chemisen aus dünner Baumwolle, einfachst geschnitten, die Weite unter der Brust zusammengerafft, teilweise ohne Ärmel und nur an der Schulter ebenfalls zusammengefasst, erfreuen sie sich größter Beliebtheit.
In der eigentlichen Empire-Mode, beginnend etwa 1804 mit der Krönung Napoleons, wird die Frauenmode wieder differenzierter: die Kleider bestehen wieder aus einem Leibchen mit angesetztem Rock, sie sind viereckig ausgeschnitten und haben angesetzte Ärmel.
Diese Kleider sind oft aus so dünner Baumwolle, Mousseline oder Batist, dass sie kaum 250 Gramm wiegen.
Da sie in dieser Form so gut wie keinen Witterungsschutz bieten, werden sie häufig mit einem Überkleid, einer Art Tunika, kombiniert, genannt robe en tablier.
Auch die Schleppe taucht wieder auf, häufig ellenlang und häufig als separates Kleidungsstück gefertigt, die an einem kurzen Spencer-Jäckchen befestigt ist.
Napoleon, der der arg angeschlagenen Seidenindustrie seines Landes wieder auf die Beine helfen will, führt am Hofe wieder Seidenkleidung ein.
Das Tragen ausländischer Stoffe, wie sie aus Indien bzw. England kommen, wird unter Strafe verboten.
Widersprüchlich sind die Formen: einerseits noch an der griechischen und römischen Antike orientiert, werden gleichzeitig Puffe und Schlitze eingearbeitet und sogar die Spitzenkrause des 16. Jahrhunderts kehrt zurück.
Die Eroberungskriege Napoleons, die in der Folge Not und Elend über Europa verbreiten, verhindern eine Entwicklung auf modischem Gebiet. Die Kleider sind einfach; Luxusartikel werden wenig oder gar nicht verwendet. Mit Ausnahme der Ballkleider, die weiterhin üppig dekolletiert und geputzt sind, wird der Ausschnitt wieder höher. Auch die Ärmel verlängern sich bis zu den Händen. Teilweise erhalten sie gepuffte Oberärmel. Der Rock wird steifer und enger und fällt letztlich röhrenartig vom Oberteil herab, jede Körperausformung negierend. Stattdessen zieren ihn Rüschen, Krausen und Zacken.
Auch der Mantel kommt wieder in Mode, meist in Form von Mantelkleidern .
1808 können in Paris erstmalig Pelzmäntel bewundert werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts befindet sich der Pelz stets auf der Innenseite. Spencer und Schal bleiben daneben weiterhin beliebt.
Das Korsett hingegen – unentbehrlich in den vergangenen Jahrhunderten – gerät völlig aus der Mode. Da jedoch nicht jede Frau die zum Kleiderschnitt geforderten Idealmaße besitzt, werden weiterhin für diese weniger Glücklichen Korsette hergestellt. Sie sind so geschnitten, dass sie die Brust sowohl heben als auch auseinander drücken. Durch den Umstand, dass sie häufig bis über die Hüfte reichen, kann der Körper insgesamt schmaler geschnürt werden.
In der Männermode sind es anfangs die sogenannten Incroyables und Merveilleuses – die Unglaublichen und Wunderbaren – die von sich Reden machen, indem sie vor allem Wert darauf legen, sich so unordentlich wie möglich zu geben: So wird große Sorgfalt darauf verwendet, dass der Frack möglichst schlecht sitzt, die Weste schief geknöpft ist, das Haar zottig wild fällt, die Halstücher unpassend dick (man wickelt sich gleichzeitig mehrere um) sind und die Stulpen der Stiefel schlampig herunterfallen.
In den gemäßigteren Kreisen trägt man einen schlicht geschnittenen Frack ohne Tailleneinschnitt, der Kragen wird höher und die Revers breiter, wobei sich die Farbe Schwarz zunehmender Beliebtheit erfreut.
Parallel hierzu trägt der Herr sowohl als Leib- wie auch als Überrock die Redingote.
Die Weste, zeitweise so kurz, dass sie knapp unter der Brust endet, wird meist zweireihig geschlossen. Die Länge der Pantalons, der Hose, variiert von kniekurz bis wadenlang.
Als Kopfbedeckung ist der Zweispitz beliebt, sowohl in Form des Wellington, bei dem die Spitzen nach vorn und hinten zeigen, als auch des à l’androsmane, dessen Spitzen seitlich ausgerichtet sind. Nach und nach beginnt sich der Zylinder durchzusetzen, der sich dann bis zum Ende des Jahrhunderts behaupten kann.
   
Empire-Mode in England
 
Bereits vor der Französischen Revolution hält in England die bürgerliche Mode allgemein Einzug.
 
In der Männermode wird England führend. George Brummel begründet die Dandy-Mode, der Männer wie Lord Byron und Balzac anhängen. Für Brummel liegt die Eleganz eines Kleidungsstückes in Schnitt und Stoffqualität.
Alles Aufgesetzte ist verpönt, wo hingegen gedeckte Farben in Braun, Dunkelblau und Grün sowie Grau bevorzugt werden.
Da der perfekte Sitz des Anzugs für den Dandy das Ausschlaggebende ist, kommt er in der Regel auch um das Tragen eines Korsetts nicht herum.
Eine ganz wichtige Rolle spielen die Krawatten: „La cravatte cèst l’homme“, dieser Ausspruch Balzacs wird zum Motto der Herren der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zumindest für die Abendgarderobe muss sie sich in blütenweißer Reinheit zeigen.
Der elegante Herr zieht sich drei- bis viermal pro Tag um.Innerhalb einer Woche werden mindestens 20 Hemden, 24 Schnupftücher, 9-10 Sommerhosen, 30 Halstücher sowie ein Dutzend Westen und Strümpfe gewechselt.
 
In der Frauenmode wandelt sich die Robe „à l’anglaise“ zur „mode à la grecque“. Die englischen Kleider sind jedoch gemäßigter.


Kostümbeispiele aus unserer Werkstatt


 

Directoire_Kleid

Zeit: um 1800

Dieses Ensemble ist eine Reproduktion aus dem Directoire, der Übergangszeit vom Rokoko zum Empire, gearbeitet nach Originalschnitten.
Das hauchzarte Batistkleid ist mit blauer Stickerei versehen. Der Rocksaum und die Ärmel sind gesondert ebenfalls mit Stickerei eingefasst. Um dem Farbton des Kleides einen leichten Grauschimmer zu geben, wurde das transparente ...

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Empire_Kleid_St_Wendel_seite

Zeit: 1806

Das Kostüm ist eine Auftragsarbeit des Museums St. Wendel für eine Ausstellung über das Leben der Herzogin Luise, der Mutter des späteren Königs Albert.
Luise las regelmäßig den ‚Almanach des modes', so dass es nahe lag, als Vorlage ...

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Empirekleid hellblau

Zeit: um 1810

Dieses Empire-Kleid aus besticktem hellblauen Batist wurde an Dekolleté, Ärmel- und Rocksaum mit zarter französischer Spitze im gleichen Farbton eingefasst, passend dazu wurde auch der Seidengürtel eingefärbt. Der perlenbestickte Tüll- Schal ist ein Original aus dem 19. Jahrhundert

Preisgruppe: F
 
 

Empire-Tageskleid

Zeit: 1810

Dieses Empirekleid fertigten wir aus einer Baumwolle, die nach einem Originalmuster des 19. Jahrhunderts bedruckt wurde. Auch die Farbkombination creme-rot oder weiß-rot wurde in der Empirezeit gern benutzt. Die Schnittvorlage geht auf ein Original zurück.
Das Oberteil wird unter der Frontklappe mittels Knöpfen geschlossen. Die Weite erhält das Kleid vor allem ...

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Empirekleid aus altweißer Seide mit  Mäanderborte

Zeit: 1805, England

Nach einem englischen Original wurde dieses Empirekleid aus altweißer Seide gefertigt Das Mäandermuster der Borte, zurückgehend auf die Antike, erfreute sich um 1800 großer Beliebtheit, so wurden Saum, Ausschnitt und Ärmel damit besetzt, korrespondierend dazu auch die Längsnähte in etwas schmalerer Ausfertigung
Unsere Kundin, hochschwanger zum Zeitpunkt der Auftragserteilung, wünschte sich ein besonders variables Kleid, so dass wir uns für eine Rückenschnürung entschieden, zwar ist eine solche eher ungewöhnlich für diese Epoche, findet sich aber dennoch auch bei Originalkleidern.

Preisgruppe: D

 
 

Empire Herrenanzug

Zeit: 1806

Der Anzug ist für Living-History-Aufführungen des Freilichtmuseums Hamburg-Kiekeberg überwiegend per Hand nach historischen Techniken gefertigt, d.h. Ober- und Unterstoffe wurden nicht, wie heute üblich, miteinander verstürzt, sondern aufeinandergelegt und ...

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Empirekleid-bestickter Baumwolltüll

Zeit: 1818, Frankreich

Angelehnt an ein Gemälde von Théodore Géricault wurde dieses Empirekleid gefertigt. Statt des schlichten Stoffes wurde bestickter Baumwolltüll gewählt, der aufgrund seiner Transparenz mit Batist abgefüttert wurde. Die hochgesetzte Taille ist mit einem blauen Seidengürtel betont.
Zur Anhebung der Brust wird ein Empirekorsett aus Baumwolle getragen, die Schnürlöcher sind handgearbeitet.

Preisgruppe: Kleid D, Korsett B
 
 

Empirekleid_seide_hellblau

Zeit: um 1810

Dieses Empirekleid aus eisblauer Seide ist im Unterbrust-, Ärmel- und Saumbereich mit zarter handgearbeiteter Silberborte eingefasst. Es wird rückwärtig mit antiken Glasknöpfchen geschlossen.

Es handelt sich hier um eine Auftragsarbeit für den Aschenbrödelball auf Schloss Moritzburg

Preisgruppe D

 
 
Empirekleid Snowhill Manor Zeit: um 1800
Das hier gezeigte Empirekleid geht in seinem Entwurf auf ein Original des Snowhill Manor in England zurück. Es besteht aus einem bestickten Seiden-Mischgewebe. Das Oberteil ist überkreuzt, die Raffung im Schulterbereich wird von zwei Knöpfen gehalten. Die Ärmelsäume sind im Grünton der Stickerei eingefasst, ebenso der Gürtel.
 
 

Rotes Samtkleid

Zeit: ca. 1810

Ein schlichtes Empirekleid mit Schleppe, das zeigt, dass nicht unbedingt die Traummaße des frühen 19. Jahrhunderts erforderlich sind, um ein solches Kostüm zu tragen (dieses Modell entspricht der Größe 42). Der Samt und die Seidenorganzaspitze am Ausschnitt wurden in einen warmen, antik wirkenden Rotton eingefärbt, die Knöpfe entstammen dem späten 19. Jahrhundert.
Der Entwurf ist angelehnt an ein Werk der Malerin Vigee Le Brun aus dem Jahr 1828

Preisgruppe: D
 
 

Spencer Jäckchen

Zeit: ca. 1810- 1825

Dieses kurze Spenzerjäckchen wurde gefertigt aus zwei farblich aufeinander abgestimmten Seidenstoffen. Typisch sind die plastischen Applikationen. In diesem Falle ist es eine Blättergirlande, wie sie häufig auf Kleidern und Jacken dieser Epoche zu finden sind. Die weiten gebauschten, der Renaissancemode entliehenen Oberärmel finden sich ebenfalls häufig an den Jäckchen wieder.
Ein ähnliches Modell in rosa und weiß befindet sich im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg

Preisgruppe: E
 
 
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